Pressedienst
Lautes Geschrei am Affenberg Salem
Schreiende Berberaffenmännchen und röhrender Hirsch
„Für uns Wissenschaftler gibt es immer noch offene Fragen zum Verhalten der Berberaffen, trotz der idealen Beobachtungsbedingungen hier am Affenberg Salem “, betont Parkleiter und Biologe Dr. Roland Hilgartner. So können die Besucher derzeit wieder im großen Waldgehege häufig die spektakulären Schreikämpfe der Berberaffenmännchen erleben. Beeindruckend ist es allemal, wenn sich die Männchen mit drohend gebleckten Zähnen anschreien. Doch: „Zu Angriffen oder Verletzungen unter den Affen kommt es nur sehr selten – die große Show mit Drohgebärden genügt meist, um die Kontrahenten einzuschüchtern“, erklären die Betreuer. Über die genaue Funktion des Schreikampfes rätseln die Wissenschaftler jedoch.
Äußerst beeindruckend sind die Schreikämpfe der Berberaffenmännchen, die im Herbst die Besucher im Freigehege des Affenbergs Salem zum Staunen bringen. Meist sind zwei streitende Männchen der Ausganspunkt. Durch das Schreien rekrutieren die Männchen weitere Helfer und potentielle Koalitionspartner und es entsteht oftmals ein für Beobachter unübersichtliches und lautstarkes Getümmel. Nicht selten sind bei diesen Schreikämpfen alle Männchen der Gruppe beteiligt und demonstrieren Ihre Stärke. Obwohl die Schreikämpfe sehr aggressiv und furchterregend wirken, kommt es nur sehr selten zu Verletzungen. Die entblößten messerscharfen Eckzähne der Männchen dienen nur zur Einschüchterung und werden normalerweise nicht eingesetzt. Über die Bedeutung der Schreikämpfe wird immer noch spekuliert. Oft scheinen hier insbesondere die älteren Männchen den jüngeren Berberaffen ihre Schranken aufzuzeigen. Naheliegend ist auch, dass die Schreikämpfe im Zusammenhang mit der erhöhten Konkurrenz der Männchen während der Paarungszeit stehen. So steigt die Anzahl der Schreikämpfe kurz vor und während der Paarungszeit im Herbst und Frühwinter stark an. "Man könnte den Schreikampf auch als lautstarke Form der Koalitionsverhandlung sehen", so Hilgartner. Natürlich erfahren die Besucher in den stündlichen Informationen mehr zu diesen herbstlichen Besonderheiten bei den Berberaffen. Sie finden in den Betreuern entlang des Weges, kompetente Ansprechpartner.
Nicht nur bei den Berberaffen hat das Liebesleben nun Hochsaison. Vom Damwildgehege hört man in dieser Brunftzeit immer wieder das Röhren des Leithirsches Emil, der zwar keine scharfen Eckzähne hat, dafür aber sein beeindruckendes Geweih zur Schau stellt. Beim Füttern der zutraulichen Hirschkühe erfahren die Parkgäste Spannendes zu den schönen Waldbewohnern. Wer dabei ein abgeworfenes Geweih in die Hand nimmt, ahnt, welches Gewicht der stattliche Hirsch auf seinem Kopf trägt. Am großen Hofgut bevölkern weiterhin rund zwanzig nichtziehende Störche die Horste. An der Storchenwiese erfahren die Besucher mehr über den Vogelzug der anderen Adebare, die sich über die Westroute nach Spanien und Gibraltar bis zu den Winterquartieren in Afrika aufgemacht haben.
Ein Besuch im Affenberg Salem mit seinem herbstlich-bunten Kleid ist somit auf wieder ganz neue Weise interessant. Wie die quirligen Jungaffen in den Bäumen toben die Kinder anschließend gerne über den großen Spielplatz bei der Schenke. Gut verpflegt lassen die Erwachsenen es sich derweil in der bodenseemilden Herbstsonne gut gehen.



