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Pressemeldung

 

Neue Ausstellung „Chances for Nature“ am Affenberg Salem

Besucher erleben Berberaffen hautnah und erfahren mehr über nachhaltige Schutzprojekte für bedrohte Affenarten

Der Zeitpunkt zur Eröffnung der neuen Ausstellung am Affenberg Salem „Chances for Nature“ ist gut gewählt: Während im Park mit dem größten Affenfreigehege Deutschlands gerade süße Berberaffenbabys zur Welt kommen, wohlbehütet in ihren Familiengruppen aufwachsen und von den Besuchern bewundert werden,  sind von den rund 600 verschiedenen Affenarten ungefähr 60 Prozent gefährdet oder vom Aussterben bedroht. In der Ausstellung erfährt man mehr über diese  alarmierenden Fakten  und zugleich über engagierte und nachhaltige Projekte der Organisation „Chances for Nature“ zum Schutz der Tiere in Peru und Madagaskar. Hierbei geht man mit den dort ansässigen Menschen gemeinsam einen langen, dafür aber wirksamen und für Mensch und Tier erfolgreichen Weg. Die einzigartige Ausstellung ist bis zum Saisonende zu sehen.

„Wir freuen uns, diesen Schutz-Maßnahmen mit der Ausstellung am Affenberg Salem eine Informations-Plattform und den Besuchern mehr Einblick und Verständnis zu diesem Thema bieten zu können“, betonte Parkleiter Dr. Roland Hilgartner bei der Vernissage am 19. Mai 2017. Da die beiden Projektleiter und Wissenschaftler Dr. Christian Matauschek für Peru und Dr. Matthias Markolf für Madagaskar sehr viel im Ausland aktiv sind, war der Termin so gewählt, dass beide an der Vernissage dabei sein und selbst über diese umfangreichen Projekte berichten konnten.

Chances for Nature setzt sich auf Madagaskar insbesondere für den Schutz der saisonalen Trockenwälder im Westen der Insel ein. Das Projektgebiet beherbergt acht Primatenarten, darunter die kleinste Affenart der Welt, den ‚Madame Berthe’s Mausmaki‘, der zu den am stärksten gefährdeten Affenarten der Welt gehört. Um einen wirksamen Schutz zu erreichen gehören auch eine mobile Umweltbildung sowie Hilfsmaßnahmen und das Vermitteln von Alternativen beispielsweise bei Nahrung und Kochen für die dort lebende Bevölkerung mit dazu. „Wenn die ohnehin schon zerstückelten Waldgebiete auf Madagaskar weiter abnehmen, dann sind damit eine Vielzahl von Affen- und Tierarten für die Welt verloren, die es nur hier gibt“, betonte Dr. Markolf. Mit ihrem Konzept, den Menschen vor Ort nichts überzustülpen, das nicht zu ihrer Lebensweise und ihren Traditionen passt, konnte die Organisation inzwischen schon viel Positives erreichen. „Es braucht Zeit und Unterstützung, damit wir diesen großen Naturschatz, den Madagaskar beherbergt, bewahren und wieder stärken können!“

Auch in Peru ist die Einbindung der Bevölkerung ein wesentliches Element, um eine nachhaltige Wirkung zum Schutz von bis zu 18 verschiedenen Affenarten im Gebiet des Rio Tapiche zu erreichen. Die Region ist weltweit herausragend in Sachen Artenvielfalt bei Primaten. Aber auch Tapire, Jaguare, Riesenotter und andere gehören zur einzigartigen Tierwelt dieser Region. Zur Erhaltung des einmaligen Regenwaldes und zugleich der Unterstützung der Einheimischen sind neben dem Ökotourismus als neue Einnahmequelle und Anderem auch weitere Studien zur offiziellen Ausweisung als Schutzgebiet erforderlich. „Während Abholzungs-Genehmigungen relativ zeitnah erfolgen, brauchen Anträge für Schutzgebiete Jahre bis zur Genehmigung“, weiß Dr. Matauschek.

Mit seinen Teamkollegen sehen sie sich in dem großen Engagement der Menschen aus den Dörfern mitten im Regenwald bestärkt, die um den Erhalt des Lebensraumes für sich, die Tiere und Pflanzen kämpfen. „Jeder Naturfreund, der hierher kommt, kann mindestens sechs bis acht, meist aber mehr dieser seltenen Affenarten beobachten und ist fasziniert von diesem großen, zusammenhängenden und intakten Regenwaldgebiet und der Freundlichkeit der Bewohner“, so seine Erfahrung. Und er ergänzt die allseits bekannte Bedeutung des Regenwaldes für das Weltklima, welcher in anderen Gebieten am Amazonas schon deutliche Lücken aufweist.

Die beiden Experten erläuterten auf anschauliche und lebhafte Weise verschiedene Details zu den gezeigten ausdruckstarken Bildern und Informationstafeln. Hierbei entdecken die Affenberg-Besucher Bilder von Affenarten, die man sonst kaum irgendwo zu sehen bekommt. „Wir werden das Thema über die Saison immer wieder aufgreifen“, so Dr. Hilgartner, der sich für den Affenberg Salem neben anderen Affenforschungen insbesondere für Schutz-Aktivitäten der wildlebenden Berberaffen in Marokko engagiert. Zudem hat er mit den beiden Projektleitern bereits vereinbart, dass das Ausstellungsthema in diesem Jahr auch Inhalt der Naturschutzwochen im Herbst am Affenberg sein wird. Dazu sind dann nochmals Ansprechpartner von Chances for Nature vor Ort. Sie werden den Besuchern in Ergänzung zur Ausstellung über mehrere Tage weitere Informationen zur Arbeit der Organisation und zu den vorgestellten Projekten geben. Weitere Informationen über www.chancesfornature.org und www.affenberg-salem.de.