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Pressemeldung

 

Affenberg-Storchenexperten beringen rund 200 Jungstörche

Auch in diesen Juni-Wochen machten sich die Storchenexperten am und um den Affenberg Salem mit einem speziell angemieteten Hubwagen daran, die Jungstörche vor dem Flüggewerden zu beringen – oft können die Parkbesucher das Ganze gut beobachten. Die jungen Adebare sind zu unterschiedlichen Zeiten geschlüpft, müssen aber zirka fünf Wochen alt sein, damit der markierte Ring gut sitzt. Der erfahrene Storchenkenner Franz-Josef Zündel hat dieses Jahr gut zu tun. Er bringt mit geübten Griffen die Ringe an, säubert die Schnäbel der Jungstörche und prüft den Horst. Gemäß angeborenem Verhalten stellt sich der Storchennachwuchs dabei tot. Die Eltern beobachten das Ganze aus der Nähe – sobald sich der Hubkorb wieder vom Horst entfernt, kehren sie zurück und schauen nach dem Rechten.

„Dank günstiger Wetterbedingungen haben wir bisher ein sehr gutes Storchenjahr“, so Parkleiter und Biologe Dr. Roland Hilgartner. „Schon bald beginnen die ersten Jungstörche mit dem Fliegen. Den eleganten Segelflug beherrschen sie automatisch, das Starten und Landen jedoch will gelernt sein. Dabei gibt es für unsere Besucher viel zu beobachten. Am schönsten ist es jedoch, wenn bei guter Thermik der Himmel über dem Affenberg voller Störche ist!“ Nach intensiven Flugmanövern sind die Jungstörche dann etwa Mitte August kräftig genug, um zum großen Vogelzug nach Süden zu starten. Ihre Eltern erholen sich noch von der anstrengenden Aufzucht und folgen etwas später nach.

„Trotz dieser erfreulichen Nachwuchs-Zahlen werden von den Jungstörchen nach drei Jahren nur etwa 10 Prozent als dann erwachsene Tiere in die weitläufige Heimatregion zurückkehren.“ Nicht mehr alle fliegen über Gibraltar bis nach Afrika. Etliche bleiben auch in Spanien oder Portugal, wo sie unter anderem auf großen Müllhalden Futter finden, aber auch vielen Gefahren ausgesetzt sind. Auch auf der Flugroute gibt es immer wieder Ausfälle. Der Biologe betont: „Es ist daher wichtig, dass wir auch künftig unseren Störchen möglichst gute Startbedingungen bieten. Unsere Forschungen ergeben, dass nach einer schwachen Storchenpopulation in Baden-Württemberg in den siebziger Jahren der Affenberg einen wesentlichen Beitrag an der Wiederansiedlung der Störche im Land geleistet hat. Auch dies lässt sich durch die Beringung feststellen.“ Weitere Bilder und Informationen zum beliebten Tierpark beim Bodensee über www.affenberg-salem.de.

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Bildzeilen:

Sylvia Altheimer, die Storchenbeauftragte des Affenbergs, beim Beringen von drei wohlgenährten Jungstörchen am Affenberg.

Schon kurz nach dem Beringen der Jungstörche kehren die Elterntiere zurück an den Horst.

(Fotos: Affenberg Salem)