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Pressemeldung

 

Der Zug der Störche beginnt – die Reise der Affenberg-Störche in den Süden

Es ist ein faszinierendes Schauspiel, das sich in diesen Tagen am Affenberg Salem ereignet. Am Himmel kommen die Jungstörche zusammen, um sich auf ihren gemeinsamen Zug in den Süden vorzubereiten. Zunächst unternehmen sie immer weitere Ausflüge in die Umgebung, um dann wie auf ein geheimes Signal hin ihre große Reise zu starten. Der Nahrungsmangel im Winter ist Grund für die weite Reise der eindrucksvollen Vögel in den Süden.

 Salem, 15. August 2019. In diesem Jahr gehen rund 70 Jungstörche aus der größten frei fliegenden Kolonie Süddeutschlands am Affenberg auf die Reise. Als Folge des vielen Regens und der Kälte im Mai sind es deutlich weniger als im Jahr zuvor. Dazu gesellen sich etwa 60 Jungstörche aus den umliegen- den Gemeinden. Und manches Mal schließen sich weitere Jungstörche aus dem Norden dem Zug an. Die Tiere, die das widrige Frühjahr überlebt haben, sind dank der hervorragenden Bedingungen am Affenberg dennoch perfekt auf ihre Reise vorbereitet: Sie werden von ihren Eltern mit Futterunter- stützung durch das Parkteam bestens versorgt und können in aller Ruhe ihre Flugübungen absolvieren. Bei guter Thermik ziehen sie mit den Alttieren ihre Kreise nach dem Motto: „Von den Großen lernen.“ Inzwischen ernähren sie sich auf den abgeernteten Feldern und den satten Wiesen in der Umgebung selbst und stärken sich für die kräftezehrende Reise.

Bei passender Hochwetterlage nutzen sie dann die ideale Thermik und brechen auf. Ihr Flugverhalten gleicht einem Segelflugzeug: wenn die Sonne den Boden erwärmt entstehen warme Aufwinde, die den Störchen mit ihrer großen Flügelspanne einen kräftesparenden Segelflug erlauben. Rund zwei bis vier Wochen dauert die Reise und die Tiere können in dieser Zeit unter günstigen Wetterbedingungen mehrere hundert Kilometer pro Tag zurücklegen. „Alle unsere Tiere werden von uns im Frühjahr in ihren Horsten beringt. Das hilft uns nachzuvollziehen, wo die Tiere schlussendlich ihren Winter verbringen, denn wir haben Rückmeldungen aus Spanien, Portugal, Marokko, Mali und sogar aus dem Senegal“, erläutert Dr. Roland Hilgartner, Biologe und Leiter des Affenbergs in Salem. Das mag man sich einmal vorstellen: selbst bei einem Flug in direkter Linie sind es von Salem bis in den Senegal stolze 5.500 Kilometer.

Für ihren Zug in den Süden machen sich die Jungstörche übrigens alleine, ohne ihre Eltern, auf den Weg. Die Elterntiere beziehungsweise Altstörche bleiben noch eine Weile hier und erholen sich von der doch anstrengenden Aufzucht der Jungen, bevor auch sie sich auf die Reise in den Süden aufmachen. Im Gegensatz zur Elterngeneration bleiben die Jungtiere in den Überwinterungsgebieten, bis sie mit rund drei Jahren die Geschlechtsreife erreicht haben. Sie kehren dann auch nicht an ihren Geburtsort zurück, sondern lassen sich in der weiteren Umgebung des Affenbergs nieder. Die Eltern hingegen bleiben ihrem Bruthorst treu und sind im Frühjahr wieder am Affenberg anzutreffen.

Während der täglichen Fütterungen der Störche auf dem Affenberg erfährt man weitere spannende Aspekte aus dem Leben der Störche und kann mit etwas Glück auch den Zug der Störche erleben.

Weitere aktuelle Informationen stehen allen Interessierten auch unter www.affenberg-salem.de, auf Facebook und auf Instagram zur Verfügung.

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